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Chronische Kieferknochenentzündung: der unsichtbare Energieräuber

Was ist die chronische Kieferknochenentzündung?

Die chronische Kieferknochenentzündung wird auch als Neuralgia Inducing Caviational Osteonecrosis oder kurz NICO bezeichnet. Dahinter steckt eine dauerhafte Entzündung des Kieferknochens, die zu einer Knochennekrose führen kann. Hinter diesem Betreff versteht man das Absterben des Knochens. Die häufigsten Ursachen für eine NICO sind Wurzelbehandlungen oder die Entfernung von Weisheitszähnen; oftmals in Kombination mit einen Nährstoffmangel.

Wie entsteht eine NICO?

Unsere Zähne bestehen jeweils aus einem sichtbaren und einem unsichtbaren Teil. Die Zahnkrone, die Sie täglich mit der Zahnbürste reinigen, ist das für das Auge Sichtbare. Der unsichtbare Teil hingegen ist fast doppelt so groß, wie die Krone selbst und verankert den Zahn fest im Kiefer: die Zahnwurzel.

Die Hauptursachen der chronischen Kieferknochenentzündung sind

  • gezogene Weisheitszähne,
  • Wurzelbehandlungen oder
  • Zahnextraktionen aus anderen Gründen.

Um genau zu sein, liegt der Grund für die NICO in durch die Eingriffe entstandenen Lücken und Wunden im Kieferknochen, indem sich Entzündungsherde bilden. Karies, Parodontitis und eine allgemein unzureichende Achtsamkeit gegenüber der Zahn- und Mundgesundheit gelten als zusätzliche Risikofaktoren. Die dadurch entstehenden Bakterien können zum Knochen vordringen, sich dort festsetzen und ausbreiten.

Diese können aufgrund abgekapselter Lymph- und Blutversorgung nicht vom eigenen Immunsystem bekämpft werden – und schon befindet man sich in einem Teufelskreis.

Begünstigende Faktoren zur chronischen Kieferknochenentzündung

Eine weitere Komponente, die zur NICO führen kann, ist – wie oben bereits angeschnitten – ein Nährstoffmangel. Für die optimale Wundheilung benötigt Ihr Körper ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen. Eine ausreichende Einnahme der Aminosäure L-Arginin leistete, laut einer Studie, ebenfalls einen positiven   zur Krankheitsentwicklung. Diese Aminosäure ist in Lebensmitteln, wie Nüssen und Hülsenfrüchten enthalten. Besonders erwähnenswert sind hierbei:

  • Vitamin D,
  • Zink,
  • Magnesium und
  • Omega-3-Fettsäuren.

Genau diese Stoffe kommen jedoch bei der heutigen Ernährungsweise meist zu kurz. Dies hat auch Folgen für die . Die Lücke – nach der Extraktion oder Wurzelbehandlung – im Kiefer heilt dadurch oft nicht knöchern aus. Sie wird lediglich, um Ressourcen zu schonen, durch eine dünne Knochenhülle verschlossen. Unter dieser Hülle lagern sich nun Toxine und Schwermetalle an. Das bildet die ideale Grundlage für einen großen Entzündungsherd.

Die westliche Ernährungsweise bietet zudem noch weitere Ansatzpunkte, die das Risiko auf eine NICO erhöhen:

  • Zucker,
  • Weizen,
  • Kuhmilch und daraus hergestellte Produkte

Diese Nahrungsmittel belasten und schwächen das Immunsystem, sodass weniger Ressourcen zur Bekämpfung der Kieferknochenentzündung vorhanden sind.

Weitere Faktoren, die die chronische Kieferknochenentzündung begünstigen

Es gibt weitere Ursachen, die auf den ersten Blick nichts mit dem Zahnhalteapparat an sich zu tun haben. Eine allgemeine Infektion mit bestimmten Bakterien (Streptokokken), die unter anderem Hals- und Rachenentzündungen auslösen, kann die Ursache einer NICO sein. Streptokokken können sich im Kieferknochen festsetzen und lokal eine Entzündung auslösen. Aber auch Diabetes mellitus, Strahlentherapien, Rauchen und Drogenkonsum stehen mit der chronischen Kieferknochenentzündung im Zusammenhang.

Welche Symptome zeigen sich?

Da eine chronische Kieferknochenentzündung häufig unbemerkt bleibt,  wird sie von einigen Zahnärzten auch silent inflammation oder stille Entzündung genannt. Die typischen Entzündungszeichen wie Schmerz, Rötung, Schwellung, eingeschränkte Funktion und Überwärmung treten dabei selten auf. Auch Eiter bildet sich nur in Ausnahmefällen.

Vereinzelt bemerken betroffene Personen Schmerzen oder Reizungen des N. Trigeminus. Dieser ist einer der größten Hirnnerven und versorgt das Gesicht. Schmerzen und Reizungen bezeichnet man in diesem Bereich als Trigeminus-Neuralgie. Die Schmerzen werden als kurze, heftige Attacken beschrieben, die durch Kaubewegungen oder Zähneputzen ausgelöst werden.

Die Folgen der NICO

Meist zeigt sich die chronische Entzündung der Kieferknochen langfristig in unspezifischen Erscheinungen wie Konzentrationsschwäche oder Antriebslosigkeit. Jedoch schieben betroffene Personen diese Symptome häufig auf andere Ursachen wie Schlafmangel oder Stress. Diese Folgen entstehen durch die dauerhafte Aktivierung des Immunsystems und damit verbunden des Sympathikus.

Das vegetative Nervensystem besteht aus dem Sympathikus und Parasympathikus. Vereinfacht gesagt ist der Sympathikus für die Aktivität zuständig. Er erhöht die Aufmerksamkeit, beschleunigt den Herzschlag oder verlangsamt die Verdauung. Der Gegenspieler ist der Parasympathikus, der für die Regeneration und Ruhe zuständig ist. Im Laufe des Tages benötigen wir beide. Der menschliche Körper braucht Ruhe und Entspannung, um volle Energie zu haben. Diese benötigen wir unter anderem für die Arbeit oder den Sport.

Eine Entzündung bedeutet Stress und aktiviert damit den Sympathikus dauerhaft. Das Immunsystem will die Entzündung schnellstmöglich heilen. Eine chronische Entzündung versetzt den Körper somit in einen dauerhaften Stresszustand. Dadurch kommt die Regeneration zu kurz: Die Energie für den Alltag wird dadurch immer weniger.

Der chronischen Kieferknochenentzündung vorbeugen

In einigen Fällen kann die chronische Entzündung der Kieferknochen verhindert werden. Den größten Teil können Sie beitragen, indem Sie auf eine gute Zahn- und Mundhygiene sowie die ausreichende Versorgung mit wichtigen Vitaminen und Mineralien achten.

Muss ein Zahn entfernt werden, sollte Ihr Zahnarzt auf die vollständige Heilung des Knochens achten. Wir legen  großes Augenmerk auf Ihren Heilungsprozess und kontrollieren die Wundheilung in regelmäßigen Kontrollsitzungen. Da die Wurzelbehandlung ein Risikofaktor ist, können Sie auf Alternativen wie ein Zahnimplantat zurückgreifen.

Gerne beraten wir Sie zur Erkennung und Behandlung der NICO, zur ganzheitlichen Zahnmedizin und zu dem für Sie passenden Zahnimplantat. Rufen Sie uns an. Wir freuen uns auf Sie.

Disclaimer:
Alle empfohlenen Maßnahmen in diesem Artikel stellen keine Beratung bei einem Zahnmediziner, Arzt oder Heilpraktiker dar. Die Durchführung der genannten Handlungsmöglichkeiten geschieht auf eigene Verantwortung und sollte mit Ihren behandelnden Ärzten abgesprochen werden.

Quellen

Rau, T (2011): Der Magen-Meridian und der Funktionskreis Magen – Milz – Pankreas. In: SANUM-Post 2011 Vol. 94: 19-24

Gandhi YR. (2019): Neuralgia-inducing cavitational osteonecrosis – Fact or myth, the debate persists. In: Natl J Maxillofac Surg. 2019 Jul-Dec;10(2):228-231. doi: 10.4103/njms.NJMS_5_19. Epub 2019 Nov 12.

Glück CJ, McMahon RE, Bouquot JE, Khan NA, Wang P. (2010): T-786C polymorphism of the endothelial nitric oxide synthase gene and neuralgia-inducing cavitational osteonecrosis of the jaws. In: Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod. 2010 Apr;109(4):548-53. doi: 10.1016/j.tripleo.2009.11.011. Epub 2010 Feb 24.

8 Kommentare

  1. Richard van Omster

    Auch der Kiefer meiner Tante litt sehr, nachdem ihr die Weisheitszähne gezogen werden mussten. Ich werde diesen Artikel an sie weiterleiten. Hoffentlich können ihre Schmerzsymptome bald gelindert werden.

    Antworten
    • Jürgen Melzener

      Es klingt so, als hätte Ihre Tante eine wirklich schwierige Zeit durchgemacht. Das Entfernen von Weisheitszähnen kann manchmal zu Komplikationen führen. Es ist eine gute Idee, ihr nützliche Informationen weiterzugeben. Ich hoffe, dass der Artikel ihr hilfreiche Tipps geboten hat.

      Antworten
  2. Lena

    Verstehe, aufgrund von Wurzelbehandlungen kann also eine Kieferknochenentzündung entstehen. Meine Freundin hatte nämlich genau diese Behandlung und hat momentan die gleichen Symptome, wie im Beitrag genannt. Ich werde ihr den Beitrag weiterleiten und hoffe, dass sie wieder die Zahnarztpraxis besucht.

    Antworten
    • Jürgen Melzener

      Lieben Dank für Ihren Kommentar. Leiten Sie den Beitrag gern weiter – vielleicht hilft es Ihrer Freundin. Viele Grüße

      Antworten
  3. Myriam Homann

    Lieber Herr Melzener
    Ich habe gerade Ihre Seite entdeckt, auf der Suche ,wie ich vielleicht eine chronische Kieferkochenentzündung (der Zahn dahinter wurde gezogen vor einpaar Jahren)ohne Schmerzen zum abheilen bringen könnte..Die Vitamine ,die Sie schrieben ,nehme ich schon .Gibt es irgendwas was ich noch tun könnte, um den Zahn zu retten oder muss man ihn ziehen?
    Vielen Dank 🙏
    Mit lieben Grüßen Myriam Homann

    Antworten
    • Jürgen Melzener

      Hallo Frau Homan,

      ob Ihr Zahn erhalten werden kann, kann ich nicht sagen, weil ich die Situation bei Ihnen nicht kenne. Man kann versuchen die Knochenentzündunn(NICO) mittels Neuraltherapie und Laser zu schrumpfen, dass diese Entzündung kein Störfeld mehr für den Körper ist. Um Ihnen eine genaue Aussage geben zu können, müsste ich Sie untersuchen und auch ein Röntgenbild oder DVT sehen.
      Ich hoffe, dass ich Ihnen mit der Antwort helfen konnte.

      Viele Grüße

      Jürgen Melzener

      Antworten
  4. Petra Schray

    Hallo Herr Melzener,
    ich habe eine Teilprothese im Unterkiefer bekommen, dafür mußten 5 Zähne abgeschliffen werden. Davor habe ich noch eine Paradonthosebehandlung bekommen. Jetzt drücke ich seit geraumer Zeit Eiter aus den abgeschliffenen Zähnen. Schmerzen hab ich keine. Meine Mundhygiene nehme ich sehr genau. Kann das eine Kieferknochenentzündung sein ?
    Vielen Dank für Ihre.
    Mit lieben Grüssen von Petra

    Antworten
    • Jürgen Melzener

      Danke für Ihre Anfrage, wenn Eiter entsteht, ist immer eine Entzündung da. Ich kann natürlich nicht sagen, wo die Entzündung herkommt. So wie Sie es beschreiben ist das keine NICO, weil diese Entzündungen im Knochen eingebettet sind und keine Verbindung zum Mund haben.
      Um eine genauere Aussage treffen zu können, müsste ich die Situation sehen. Ich empfehle Ihnen den behandelnden Zahnarzt aufzusuchen, damit genau nachgeschaut werden kann, was die Ursache ist.
      Alles Gute für SIe. Jürgen Melzener

      Antworten

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