Versteckte Entzündungen im Kiefer: Was sind NICO und FDOK?
NICO und FDOK bezeichnen stille, meist schmerzfreie Entzündungen im Kieferknochen, die häufig nach Zahn-Operationen wie einer Weisheitszahn-Entfernung zurückbleiben. Auf einem normalen Röntgenbild und in den üblichen Blutwerten sind sie oft nicht zu sehen. Aus Sicht der biologischen Zahnmedizin können solche Herde das Immunsystem dauerhaft beanspruchen und werden bei ungeklärten chronischen Beschwerden gern übersehen.
Dieser Beitrag basiert auf einem Video von Jürgen Melzener.
Nach vielen Weisheitszahn-Operationen bleibt oft unbemerkt eine stille Entzündung im Kiefer zurück. Aus meiner Sicht kann sie das Immunsystem dauerhaft beanspruchen und chronische Beschwerden begünstigen, deren Ursache niemand findet. Ich erkläre Ihnen, wie das entstehen kann und woran man es erkennt.
Mich nervt, dass ständig nur Symptome behandelt werden und selten nach der eigentlichen Ursache gesucht wird. Genau dafür ist dieser Beitrag da.
Was NICO und FDOK sind
NICO und FDOK sind Fachbegriffe für dasselbe Grundproblem: eine chronische, meist schmerzfreie Entzündung im Kieferknochen. Außen ist alles verheilt, im Inneren bleibt ein Herd zurück. Sie haben keine Schmerzen, Ihre Blutwerte sind zunächst unauffällig, und auf einem normalen Röntgenbild ist nichts zu sehen. Woher sollen Sie also wissen, dass da etwas ist?
Warum oft nach Weisheitszahn-OPs
Eine Weisheitszahn-Operation ist ein größerer Eingriff. Es wird viel Gewebe beansprucht, und der Körper braucht viel Kraft, um das auszuheilen. Dazu kommt: Der Eingriff findet oft bei jungen Menschen statt, deren Körper ohnehin gerade viel aufbaut und viele Nährstoffe braucht.
Ist der Körper an dieser Stelle überfordert, bildet er manchmal statt stabilem Knochen ein fettiges Gewebe, weil das für ihn einfacher ist. Ihr Körper meint es dabei immer gut mit Ihnen, er wählt nur die kräftesparende Variante.
Was so ein Herd anrichten kann
Fettgewebe ist im Körper auch eine Art Sammelstelle. Dort können sich Stoffe ansammeln, die der Körper nicht braucht und die er dorthin schiebt, wo wenig Stoffwechsel stattfindet. Etwas drastisch gesagt: eine kleine Abfallgrube mitten im Kiefer.
Das Dumme am Mund ist, dass hier sehr viele Nerven und Blutgefäße verlaufen. Solche Herde liegen oft in der Nähe eines Nervs. Der wichtigste ist der Trigeminus, einer der größten Nerven im Kopf, mit Verbindung zu vielen weiteren Nerven. Wird er gereizt, kann das aus meiner Sicht Unruhe ins ganze Nervensystem tragen. Dazu kommt, dass Ihr Immunsystem dauerhaft beschäftigt ist, um den Herd in Schach zu halten.
Das ist wie Autofahren mit angezogener Handbremse oder ein Handy, auf dem im Hintergrund ständig viele Apps laufen und Energie ziehen. Es funktioniert, aber es kostet dauerhaft Kraft.
Wie man sie feststellt
Der erste Schritt ist ein dreidimensionales Röntgenbild. Damit kann ich den Knochen von allen Seiten betrachten und erkennen, ob der kompakte Knochen oben zwar in Ordnung ist, in der Tiefe aber ein Hohlraum liegt. Wo dieser Hohlraum sitzt, ist später auch für die Behandlung wichtig.
Ergänzend lassen sich bestimmte Werte im Blut bestimmen, die auf eine stille Entzündung hinweisen können. In Zusammenschau mit dem 3D-Bild ergibt sich dann ein stimmiges Bild.
Wie behandelt wird
Ist ein Herd festgestellt, kommt der Körper allein meist nicht mehr dagegen an, weil die belastenden Stoffe an Ort und Stelle bleiben. Dann wird der Bereich in einem möglichst schonenden Eingriff ausgeräumt: Das veränderte Gewebe wird entfernt, das Gebiet mit Ozon desinfiziert, weil dieser Sauerstoff gezielt auf Bakterien wirkt.
Anschließend wird der Knochendefekt mit Membranen aus Ihrem eigenen Blut gefüllt, damit der Körper weniger Energie in die Heilung stecken muss und an dieser Stelle stabilen Knochen bildet. Das Zahnfleisch wird darüber vernäht, und die Stelle braucht Zeit zum Ausheilen.
Fazit
Stille Kieferentzündungen sind aus meiner Erfahrung real und behandelbar, werden aber oft jahrelang übersehen. Sie entstehen häufig nach Weisheitszahn-Operationen. Mein Rat bei ungeklärten chronischen Beschwerden: einmal prüfen lassen, ob überall dort, wo Zähne entfernt wurden, der Knochen sauber ausgeheilt ist. Wenn Sie das abklären möchten, schauen wir uns Ihre Situation gemeinsam an.
Häufige Fragen
Kann ich eine versteckte Kieferentzündung selbst bemerken?
Meist nicht direkt. Diese Herde verursachen in der Regel keine Schmerzen, die Blutwerte sind zunächst unauffällig und auf einem normalen 2D-Röntgenbild ist oft nichts zu sehen. Auffällig werden sie eher indirekt, über chronische Beschwerden, für die sonst keine Ursache gefunden wird.
Warum entstehen sie gerade nach Weisheitszahn-Operationen?
Eine Weisheitszahn-Entfernung ist ein größerer Eingriff, bei dem viel Gewebe betroffen ist. Der Körper braucht viel Kraft zum Ausheilen, oft bei jungen Menschen, die ohnehin viele Nährstoffe für ihre Entwicklung benötigen. Ist der Körper überfordert, bildet sich an der Stelle manchmal Fettgewebe statt stabilem Knochen.
Wie wird eine NICO oder FDOK festgestellt?
Der erste Schritt ist ein dreidimensionales Röntgenbild (DVT), auf dem sich ein Hohlraum in der Tiefe erkennen lässt, auch wenn der Knochen darüber unauffällig wirkt. Ergänzend können bestimmte Entzündungswerte im Blut Hinweise geben. Beides zusammen ergibt ein Bild.
Sind stille Kieferentzündungen behandelbar?
Ja. Wenn ein Herd festgestellt ist, wird der Bereich in einem Eingriff ausgeräumt, mit Ozon desinfiziert und mit körpereigenen Membranen aus Ihrem Blut gefüllt, damit der Körper stabilen Knochen bilden kann. Danach braucht die Stelle Zeit zum Ausheilen.
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